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Presseberichte

 

Auftakt der Präventionswoche: Hilfe statt Strafe
Mit einem Vortrag von Prof. Rudolf Egg wurde die Präventionswoche am Montag eröffnet

Von Belinda Helm 20.10.08

KORBACH.  Bei der Bekämpfung von Gewalt gibt es keine Patentlösung, doch sollten Präventionsarbeit und vorbeugende Maßnahmen immer Vorranghaben. Das erklärte Professor Rudolf Egg, Leiter der Kriminologischen Zentralstelle, am Montag bei der Eröffnung der Korbacher Präventionswoche.   Man müsse Gewalt vor Ort, also da wo sie enstehe,begegnen. "Wir müssen uns klar machen: Bei den Gewalttätern handelt essich um unsere Kinder und um unsere Mitmenschen. Alle Schritte gegenGewalt, betreffen uns selbst. Deswegen sollte immer gelten: Hilfe vorStrafe, " sagte  Prof. Dr. Rudolf Egg.

Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich und Polizeidirektor Dittmar Knittel haben am Montag die vierte Korbacher Präventionswoche offiziell eröffnet. Der Polizeidirektor rief die Anwesenden auf, sich weiterhin mit eigenen Ideen in die Gestaltung der Präventionswoche einzubringen und stellte klar, dass es sich lediglich um einen Ausschnitt der Arbeit handele, die das ganze Jahr über geleistet werde.

Prof. Dr. Rudolf Egg, Direktor der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden, referierte über "Jugendgewalt - Dimension und Hintergründe". Er ordnete dabei die Bedeutung von Jugendstarftaten in den Gesamtkontext ein: Jugendliche werden demnach meistens im Bereich gefährliche und schwere Körperverletzung straffällig. Außerdem lassen sich die Gewaltdelikte in einen Zusammenhang mit Alter und Geschlecht bringen. 18 bis 24-jährige Männer werden besonders häufig gewalttätig.

Obwohl sich die Zielgruppe relativ klar definieren lässt, warnte Egg vor einem allgemeingültigen Lösungsweg. Der Psychologe wies darauf hin, dass es viele Ursachen und Antworten gebe: " Junge Menschen brauchen vor allem eine stabile Basis. Faktoren wie die Beziehung zu Eltern, Gleichaltrigen, Kontakt mit Alkohol und Drogen spielen eine Rolle." Vor allem an Selbstachtung fehle es vielen Gewalttätern.

Gemeinsam stark: (von links) Polizeidirektor Dittmar Knittel, Carsten Vahland, Leiter des Ordnungsamtes, Bürgermeister Klaus Friedrich, Prof. Rudolf Egg, Direktor der Kriminologischen Zentralstelle, und Polizeivizepräsident Alfons Hoff glauben, dass Präventionsarbeit nur gelingen kann, wenn alle zusammen arbeiten. Foto: Helm

Quelle: http://www.hna.de/korbachsolo/00_200810201558
00_Auftakt_der_Praeventionswoche_Hilfe_statt_Stra.html
 

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Professor Rudolf Egg referiert über Jugendgewalt
Auftakt der Präventionswoche

Von xxx 20.10.08

KORBACH. „Gewalt ist überwiegend männlich, und Gewalt ist primär jung.“ Dieses Fazit zieht Professor Rudolf Egg aus der Kriminalstatistik. Zum Auftakt der Korbacher Präventionswoche warnte der Wissenschaftler aber vor übereilten Schlüssen: Gewalt bleibt grundsätzlich die Ausnahme in der Gesellschaft – auch bei jungen Menschen.

Zum vierten Mal läuft die Präventionswoche in Korbach. Und die Kreisstadt hat inzwischen bundesweit Rang und Namen in Sachen Vorbeugung gegen Gewalt, Sucht und Drogen. Rang und Namen haben ebenso die Referenten bei den Präventionswochen – ob Medienspezialist Professor Christian Pfeiffer  oder diesmal Professor Rudolf Egg, Chef der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden. Sein Thema: „Jugendgewalt – Dimensionen und Hintergründe“.

Der Blick auf die langfristige Statistik zeigt deutlich, dass die Kriminalität in Deutschland seit den 50er-Jahren deutlich angestiegen ist. Kurzfristig gibt es jedoch auch Rückgänge zu verzeichnen: So zeigt ein Vergleich zwischen 1995 und 2005, dass Autodiebstähle um 75 Prozent gesunken sind, ebenso wurden fast 50 Prozent weniger Mordfälle verzeichnet. Ähnlich gingen auch „Raufunfälle“ auf den Schulhöfen in den vergangenen Jahren statistisch um rund 30 Prozent zurück.

Dennoch glaubt die Mehrheit der Deutschen offenbar an einen spürbaren Anstieg von Kriminalität, verwies Professor Egg auf Umfragen in der Bevölkerung. Fazit: Zwischen den statistisch registrierten Straftaten und der „gefühlten“ Sicherheit der Menschen klafft mitunter eine Riesenlücke.

Widersprüchlich ist auch ein Ergebnis aus den USA: Während die Polizeistatistik von 1973 bis heute eine deutliche Zunahme an Gewaltdelikten zeigt, verweist eine direkte Befragung in der Bevölkerung auf eine deutliche Abnahme. Dies untermauert zugleich, dass offenbar die „Dunkelziffer“ geringer geworden ist: Menschen zeigen Straftaten heutzutage auch häufiger und konsequenter an. Das Mobiltelefon spielt dabei keine unerhebliche Rolle.

Mehr in der WLZ-Zeitungsausgabe vom 21. Oktober.

Quelle: http://www.wlz-fz.de/newsroom/
regional/dezentral/waldeck/art5299,711929
 

 


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