Presseberichte
Mit schwarzer Null in
neue Ära
Erster Doppik-Haushalt für die
Kreisstadt - Leichter Überschuss -
Vorhaben aber deutlich abgespecktVon
Andreas Hermann 05.11.08
KORBACH. Trotz der Einbußen bei der
Gewerbesteuer, trotz der Investitionen
in Hochwasserschutz, Kanal- und Straßenbau,
trotz der Belastungen durch die
Tarifsteigerung: Die Stadt Korbach wird
auch ins Jahr 2009 mit ausgeglichenem
Haushalt gehen.
Das von Bürgermeister Klaus
Friedrich am Mittwochabend in der
Stadtverordnetenversammlung
eingebrachte Zahlenwerk ist der erste
doppische Haushalt der Kreisstadt
(weitere Berichte). Der Ergebnisplan für
2009 sieht Erträge von 41,46 Millionen
und Aufwendungen von 41,39 Millionen
Euro - also einen Überschuss von 66
000 Euro - vor. Friedrich: "Hier können
wir also durchaus von einer schwarzen
Null sprechen."
Mehrausgaben
Der Ausgleich sei gelungen, obwohl
Mehrausgaben - etwa wegen der höheren
Energiekosten und der vollständigen
Berücksichtigung von Abschreibungen
auf das Anlagevermögen (3,6 Millionen)
- veranschlagt werden mussten.
| "Wenn die
Stadt wirklich Entscheidungsspielräume
hat, dann nutzt sie diese vor
allem für Kinder, Familie und
Bildung."
Klaus Friedrich |
Nach Friedrichs Einschätzung liegt
dem Etat die Einsicht zugrunde, dass
"wir auf Dauer nicht mehr
verausgaben können, als wir
einnehmen". Gut lasse sich dies
mit der Doppik verbinden. Friedrich:
"Hier gilt: Die Ressourcen, die in
einer Periode zur Verfügung stehen
beziehungsweise generiert werden,
werden dem Verbrauch in dieser Periode
gegenübergestellt."
Größte Positionen bei den
Zuweisungen/Zuschüssen bilden die
Umlagen an
die Abwasserverbände (2,2 Millionen
Euro),
die Kindergärten in fremder Trägerschaft
(682 000),
die Wirtschaftsförderungs-GmbH (255
000),
die EWF GmbH für den
Betriebszuschuss für die städtischen
Bäder (200 000) und den AST-Verkehr
(130 000).
Wegen geringerer Einnahmen werde die
Stadt den Gürtel enger schnallen müssen
- auch bei Investitionen (Grafik). Bei
Abwasserbeseitigung und
Hochwasserschutz wolle man jedoch das
Maßnahmenpaket umsetzen, um letztmalig
die Landesförderung zu erhalten. Zudem
wolle man mit Ansätzen für Bürgerhaus,
Stadtumbau, Dorferneuerung Rhena und
Sportzentrum Hauer Akzente setzen. Für
den Auf- und Ausbau der
Breitband-Infrastruktur werden ein
Ansatz für eine Machbarkeitsstudie
sowie Verpflichtungsermächtigungen für
erste Zuschüsse vorgeschlagen.
Friedrich: "Obwohl wir aufgrund
der geringeren Erträge unsere
Planungen deutlich abspecken mussten,
zeigt der Haushaltsentwurf Möglichkeiten
der Weiterentwicklung und Ziele
auf."
Keine Erhöhungen
Auch für 2009 seien keine Steuer-
und Gebührenerhöhungen sowie keine Änderungen
in den Bereichen Kinder, Jugend,
Familie und Soziales geplant.
Friedrich: "Obwohl der
Haushaltsentwurf 2009 auf Naht genäht
ist, jede Ausgabeposition mehrmals
unter die Lupe genommen wurde, sind
keinerlei Kürzungen vorgenommen
worden."

Hier wird auch in Zukunft
investiert: 400 000 Euro sind im
Haushalt 2009 für einen weiteren
Bauabschnitt am Stadtkrankenhaus -
unser Foto vom Tag der offenen Tür im
August zeigt die Auszubildenden -
eingestellt. Ziel ist es, die im Altbau
untergebrachten Patientenabteilungen in
den Neubau zu verlagern. Archivfoto:
Trautmann/nh
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Historischer
Etat - und doch kein Cent mehr im
Stadtsäckel
korbach. Dem
Haushaltsentwurf der Stadt Korbach für
2009 schrieb Bürgermeister Klaus
Friedrich „fast schon historischen
Charakter“ zu. Es ist der erste
Haushalt der Kreisstadt, der auf der
Basis des neuen Kommunalen Rechnungs-
und Steuerungssystems basiert.
Friedrich: „Wir werden uns damit von
dem System der Kameralistik, die uns
viele Jahrzehnte begleitet hat,
verabschieden und somit eine neue
haushaltstechnische Zeitrechnung
beginnen.“
Mit der
Umstellung auf das kaufmännische
Rechnungswesen habe die Stadt die Möglichkeit,
den Etat zu einem
„output-orientierten
Informationssystem aus Zielen und
Kennzahlen zur strategischen
Steuerung“ zu entwickeln. Doch bringe
das neue Rechnungssystem keinen
einzigen Cent mehr in den Stadtsäckel.
Es bringe auch keine Lösungen für
gesellschaftliche, soziale, ökonomische
und ökologische Herausforderungen.
„Aber es bringt uns mehr Information,
mehr Transparenz und eine verstärkt
zielorientierte Steuerung.“
Dank an
Rathaus-Team
Für das neue
Rechnungs- und Steuerungssystem waren
hunderte Arbeitsstunden nötig. Die
Umstellung erfolgte komplett durch
eigenes Rathaus-Personal. Friedrich
dankte den Mitarbeitern der
Finanzabteilung und des Controllings für
ihr außergewöhnliches Engagement und
die erfolgreiche Arbeit. (aha)
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Schulden -
Kredite über 1,7 Mio.
Der
Haushaltsentwurf 2009 sieht Kredite von
1,7 Millionen Euro vor. In gleicher Höhe
sind Tilgungen geplant, so sei keine
Nettoneuverschuldung nötig. Ende 2009
wird der Schuldenstand der Stadt
Korbach - übrigens wie Ende des Jahres
2008 - voraussichtlich 18,2 Millionen
Euro betragen - das sind 752 Euro pro
Einwohner. Ende 2003 betrug der städtischen
Schuldenstand noch 21,4 Millionen Euro,
die Pro-Kopf-Verschuldung lag damals
bei 875 Euro pro Einwohner.
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Gewerbesteuer
- Vorsichtiger
Ansatz
Bei der Gewerbesteuer prognostiziert
die neueste Steuerschätzung für 2009
einen Anstieg von 4,3 Prozent. Zudem
geht die Stadt davon aus, dass keine
weiteren Rückzahlungen (Conti etc.) fällig
sind. Der Einnahmeansatz wurde
vorsichtig mit neun Millionen Euro
kalkuliert.
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Vermögen - Werte
von 3,6 Mio.
Wegen der Erfassung und Bewertung
des Anlagevermögens wurden die
jeweiligen Abschreibungswerte
ermittelt. Für die Gebäude, die Straßen
und das bewegliche Anlagevermögen der
Stadt Korbach ergibt sich eine
Gesamtsumme von 3,6 Millionen Euro pro
Jahr.
Quelle: http://www.hna.de/korbachstart/00_200811
05181830_Mit_schwarzer_Null_in_neue_Aera.html /
HNA (Wal), 06.11.08, S. 11.
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