Presseberichte
Korbacher
Kaufmannsgilde und Stadt: Regeln für
Gestaltung der Fußgängerzone
Arbeitskreis stellt politischen
Gremien ein Regularium zur weiteren
Attraktivitätssteigerung vorVon
jk 11.11.08
KORBACH (jk). Manchmal sieht der
Kunde in Korbachs Einkaufsstraßen den
Wald vor lauter Bäumen nicht: Deshalb
gibt es neue Regeln fürs
„Mobiliar“ auf öffentlichen Flächen
– insbesondere der Fußgängerzone.
Der Blick von
außen schärft mitunter die Sinne –
auch für Korbachs Einkaufsmeile. 13
große Schirme, 93 Passantenstopper,
376 Stühle, 69 Mastleuchten und 36
Abfallkörbe zählten Beobachter „an
einem ganz normalen Donnerstag“ 2007
in der Fußgängerzone. Von Kleiderständern,
Auslagen und Fahnen ganz zu schweigen.
Wie soll sich
da ein Kunde zurechtfinden, wenn die Möblierung
quasi die Sicht auf die Läden
verstellt?, fragten sich Achim Tack (Planersocietät
Dortmund) und Matthias Funk
(Landschaftsarchitekt). Also feilten
sie im Auftrag des Rathauses an einer
Pilotstudie zur Gestaltung der
Korbacher Flaniermeile.
Vor Kaufleuten
der „Hanse“ und Parlamentariern präsentierten
die Gutachter dann im Frühjahr 2008
die Ergebnisse. Und am Ende stand vor
allem eines fest: Korbach braucht mehr
Regeln zur Gestaltung in der Fußgängerzone.
Motto: „Weniger ist mehr.“
An guten wie
schlechten Beispielen aus anderen
deutschen Städten fehlte es nicht. Und
herausgekommen ist ein Schulterschluss
zwischen Hanse und Stadt in Korbach:
Sie wollten gemeinsam ein Regularium
erarbeiten, um die Fußgängerzone
attraktiver zu machen.
Ein halbes
Jahr lang steckten sie in einem
Arbeitskreis die Köpfe zusammen für
einen Katalog, wie Korbachs
„Wohnzimmer“ künftig einzurichten
ist. Inhaltlich geht es etwa um Flächen
vor den Geschäften:
Je nach Größe
der Läden (Fassade) werden Auslagen
und Ständer „zur Produktpräsentation“
künftig begrenzt.
Auf dem Gehweg
soll mehr Freiraum bleiben.
Zelte,
Pavillons, Bänke und
„Festgarnituren“ werden weitgehend
ausgeschlossen.
Stühle und
Tische sollen nicht mehr einfach mit
Planen abgedeckt werden, sondern nach
Geschäftsschluss aufgeräumt werden
– entweder ins Lager oder ordentlich
gestapelt und mit Ketten gesichert.
Insgesamt
setzen Kaufmannsgilde und Stadt dabei
vor allem auf möglichst hochwertiges
Mobiliar aus Holz, Metall, Stein oder
Korb. In jedem Fall weniger Plastik,
das vielleicht billig ist – aber auch
so wirkt. Selbst für Schirme, Pflanzkübel
und Fahrradständer gibt es künftig
engere Vorgaben. Die Hanse versteht
dies nicht als Gängelung, sondern als
Selbstverpflichtung im Sinne der Kunden
und der Stadt. Dabei betonen Bürgermeister
Klaus Friedrich wie Hanse-Vorstand Jürgen
Tent eine sehr gute Zusammenarbeit in
der Arbeitsgruppe: „Großes Lob.“
Für die Geschäftsleute
sind derweil aber auch Umdenken und
Investitionen angesagt. Denn ob Eiscafé
oder Textilgeschäft – von manchen Außenmöbeln,
Werbeflächen oder Transparenten werden
sie Abschied nehmen müssen.
Bis Mitte
Dezember soll die von der Hanse
abgesegnete Vorlage nun von Magistrat
und Parlament in eine städtische
Satzung eingefügt werden. Gültig wird
die Richtlinie dann voraussichtlich ab
1. Juli 2009 – mit einem Jahr Übergangsfrist.

Mobiliar, Schirme, Fahnen, Zeltdächer,
Markisen, Warenauslagen und Schilder
markieren den Weg durch Korbachs Fußgängerzone
- auch im Herbst. Stadt und Hanse als
Vereinigung der Kaufleute setzen künftig
auf mehr Qualität und einheitlichere
Gestaltung. (Foto: jk)
Quelle: http://www.wlz-fz.de/newsroom/
regional/dezentral/waldeck/art5299,729702
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