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Presseberichte

 

"Das ist ein Quantensprung"
6,5 Millionen Euro teures Bürohaus in Rekordzeit errichtet - Arbeitsstätte für 100 Beschäftigte der Region

Von Andreas Hermann 22.11.08

KORBACH. Für Bodenmanager der ganzen Region in weniger als einem Jahr aus dem Boden gestampft: Seit Freitag ziehen die Beschäftigten in den Neubau des Amtes für Bodenmanagement (AfB) in Korbach ein. Der 6,5 Millionen Euro teure Behördenbau in der Medebacher Landstraße wurde in Rekordzeit fertig gestellt. Nach symbolischem Spatenstich im Dezember 2007 und Richtfest im März geht der Einzug der Mitarbeiter sechs Wochen früher als geplant über die Bühne.

Aus vier Standorten

Den Anfang machen die Beschäftigten aus dem bisherigen Korbacher Standort in der Pommernstraße. Ihnen folgen in den nächsten zwei Wochen die Kollegen aus Bad Arolsen (7) und Frankenberg (10) - inklusive der Mitarbeiter des ehemaligen Katasteramtes Wolfhagen - und jene Beschäftigte, die im Fachdienst Landwirtschaft auf Lülingskreuz in Korbach tätig sind (17).

Ausgeklügelte Logistik

Der Umzug der Technik, des Mobiliars und der Mitarbeiter erfordert eine ausgeklügelte Logistik, erklärte Amtsleiter Manfred Sander. Immerhin gelte es, die vier bisherigen Standorte am richtigen Platz in der neuen Zentrale unterzubringen. Schon am Donnerstag richtete sich der Chef in seinem neuen Büro im obersten vierten Stock ein.

Das Raumkonzept des Neubaus trägt Sanders Handschrift. Für ihn stehe Teamarbeit im Mittelpunkt, entsprechend habe er die Räumlichkeiten umsetzen lassen - mit gläsernen Büros zur Seite hin und offenen Mittelgängen, in denen sich die Kollegen zum Arbeiten und Kommunizieren begegnen.

„Das ist schon ein Quantensprung“, schwärmte Manfred Sander beim Rundgang. Ende Oktober übergab ihm die mit der Errichtung beauftragte Firma OFRA (Beverungen) den 58,40 Meter langen, 14,24 Meter breiten und 14,50 Meter hohen Neubau mit 2600 Quadratmetern Nutzfläche.

Erstes fertiges PPP-Projekt

Aus noch einem Grund ist das Bodenmanagement-Amt in Korbach eine Besonderheit. Es ist der erste Neubau, der im Land Hessen als PPP-Projekt (Public Private Partnership) fertig gestellt worden ist. Das heißt: Planung, Bau und Finanzierung erfolgten durch private Unternehmen, das Gebäude wird für 30 Jahre vom Land (Hessisches Immobilienmanagement) angemietet.

Gute Laune im „Krisenzentrum“: Im Umzugsbüro im Erdgeschoss erhalten die Mitarbeiter des Bodenmanagement-Amtes unter anderem ihre Karten, ihre Schlüssel sowie die Gebrauchsanweisung für ihre Telefone. Dann geht’s in die neuen Büros. Fotos: Hermann

Satellitenbild von Kassel: Amtsleiter Manfred Sander beim Einrichten seines Büros.

Suchten sich gleich ihre neuen Bürostühle aus: vier von künftig neun Auszubildenden im Korbacher Amt; die angehenden Vermessungstechniker im ersten Lehrjahr (von links) Joscha Scholz, Rebekka Iske, Marius Heckmann und Julian Twele bei der Sitzprobe.

Büros hinter Glas, der Mittelgang zur Kommunikation: Die Räumlichkeiten des Neubaues sind auf Teamarbeit und Kontakt zwischen Kollegen ausgelegt.

Aus Rostbraun wird noch Orangerot: Die Fassade hat eine doppelte Stahl-Legierung. Eine davon rostet. So soll die Außenhaut für 30 Jahre wartungsfrei sein.

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Hintergrund: Ein Haus für die Zentrale

Durch die Verwaltungsstrukturreform des Landes Hessen wurde zum 1. Januar 2005 das Amt für Bodenmanagement (AfB) mit Sitz in Korbach gebildet. Es fasst seither die früheren Katasterämter der Kreise Waldeck-Frankenberg (mit Standorten in Korbach, Frankenberg und Bad Arolsen), Kassel (Hofgeismar, Wolfhagen) und Stadt Kassel zusammen.

Die Zusammenführung der Aufgaben und Mitarbeiter in Waldeck-Frankenbergs Kreisstadt erforderte einen Neubau, da am bisherigen Standort Pommernstraße der Platz für 100 Beschäftigte nicht ausreichte. Neben der Hauptstelle in Korbach verbleibt die Außenstelle Hofgeismar sowie die Auskunftstelle in Kassel. (aha)

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Neue Ära der Digitalisierung: 200 000 Dokumente ins Archiv

Mit dem Einzug in den Neubau beginnt im Amt für Bodenmanagement in Korbach eine neue Ära. Alle Daten werden ab sofort nur noch in digitalisierter Form aufgenommen, verarbeitet und archiviert, erläuterte Amtsleiter Manfred Sander.

Die Zeit der unzähligen Aktenordner und riesigen Pläne in Papierform hat damit ein Ende. Die Dokumente der vergangenen Jahre und Jahrhunderte - geschätzte 200 000 Unterlagen - werden im Keller des Neubaus in einem mächtigen Rollenregal-Archiv aufbewahrt und nur noch im Ausnahmefall - etwa wenn digitale Daten fehlen - genutzt.

Nach Einlagerung der Bestände werden keine weiteren Dokumente mehr im Archiv aufgenommen. Nach Sanders Angaben benötigten seine Mitarbeiter 800 Umzugskartons, um alle Dokumente von den bisherigen Standorten in den Neubau zu befördern. (aha)

Quelle: HNA (Wal), 22.11.08, S. 11.

 


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