Presseberichte
Mehrheit tritt die
Bremse
Parlament diskutierte über Haus
der Musik, Bauland und
Kindergarten-SozialarbeitVon
Andreas Hermann 05.12.08
KORBACH. Im Prinzip ja, aber nicht
so und nicht so früh: Nach diesem
Muster haben Bürgerliche und Grüne
fast alle SPD-Vorschläge zum Korbacher
Haushalt 2009 abgelehnt. Mit der
Absicht der SPD stimmten CDU, FWG, FDP
und Grüne in den Ausschussberatungen
zumeist überein. Mit dem Zeitpunkt und
mit dem Weg, den die SPD dabei
verfolgte, allerdings nicht. Nur ein
einziger SPD-Änderungsantrag - 1500
Euro für die Frühförderung der
Musikschule im Kindergarten - wird den
am 12. Dezember tagenden
Stadtverordneten zur Annahme empfohlen.
Zum Einstieg
in die Planung
Bei allen
anderen Initiativen trat die Mehrheit
in den Ausschuss-Sitzungen auf die
Bremse. Beispiel: Erweiterung des
Hauses der Musik. 20 000 Euro wollte
die SPD dafür aus der Rücklage der
Anna-Waldeck-Stiftung entnehmen und im
Etat einstellen. Das Geld sollte zunächst
einmal den Einstieg in die Planungen
ermöglichen, erklärte
SPD-Fraktionschefin Gudrun Limperg.
Die
Notwendigkeit der Erweiterung erkannten
alle Fraktionen an. Doch verwiesen Bürgerliche
und Bürgermeister darauf, dass dieses
Bauvorhaben Kosten von mindestens 300
000 oder gar 400 000 Euro verursache
und noch gar nicht geklärt sei, was überhaupt
gemacht und wie finanziert werden
solle.
Nur im
Innenhof möglich
Wie Klaus
Friedrich erläuterte, sei eine
bauliche Erweiterung der Musikschule
nur im Innenhof auf der Rückseite des
Gebäudes möglich. Dabei müsse der
Denkmalschutz bedacht werden. Der Bürgermeister
schlug deshalb vor, von der Verwaltung
eine Vorplanung für die Erweiterung
erarbeiten zu lassen und diese den
Stadtverordneten im ersten Halbjahr
2009 vorzulegen.
Die SPD aber sah
keinen Anlass, deshalb ihren Änderungsantrag
im Haupt- und Finanzausschuss zurücknehmen.
So wurde er - lediglich unterstützt
von den Grünen - abgelehnt. artikel
unten

Haus
der Musik: Die SPD hat für den
Haushalt 2009 einen Betrag von 20 000
Euro beantragt, um in die gewünschte
Erweiterung einsteigen zu können.
Diese wäre am Standort nur im Innenhof
auf der Rückseite möglich. Foto:
Hermann
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Gehwege
125
000 Euro wollte die SPD im Etat
aufnehmen, um die Gehwege in der Marker
Breite zu erneuern. Helmut Schmidt
nannte das Teilstück zwischen Eidinghäuser
Weg und Waldmannsbreite eine
„Kraterlandschaft“.
CDU, FWG und FDP wollen abwarten,
bis die EWF GmbH die angekündigten
Arbeiten in diesem Bereich beginnt.
Zudem kündigten sie an, für 2010 ein
Kataster aller Gehwege und Straßen zu
beantragen. (aha)
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Kindergarten-Sozialarbeit
Für
Sozialarbeit in Kindergärten
beantragte die SPD 40 000 Euro für
eine halbe Personalstelle und 20 000
Euro als Zuweisung. Fraktionschefin
Gudrun Limperg begründete die
Initiative damit, im Kindergarten seien
zunehmend Erziehungsdefizite
feststellbar. Sozialarbeit sei von den
Betreuerinnen aber nicht zu leisten.
Vor einem
Beschluss zur Kindergarten-Sozialarbeit
wollte Arno Wiegand (FDP) die
Ergebnisse der jetzt gestarteten
Schulsozialarbeit abwarten.
FWG-Fraktionschef Kai Schumacher wies
auf das (Drogen-)Präventionsprojekt
Papillo hin. CDU-Fraktionschef Andreas
Kwoll erkannte den Bedarf an, es
mangele aber noch an Informationen. Er
schlug vor, den Antrag zurückzuziehen,
prüfen zu lassen und dann erneut
einzubringen. Die SPD lehnte dies aber
ab. Limperg: „Für uns gibt es jetzt
nichts Wichtigeres.“ So wurde der
Antrag abgelehnt. (aha)
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Bauland
Keine
Mehrheit fand der SPD-Antrag, Geld zur
Erweiterung des Baugebiets „Auf der
Holunderflosse“ einzustellen. CDU,
FWG und FDP sahen keinen Bedarf.
Angesichts negativen Bevölkerungssaldos
für Korbach in den Jahren 2007 und
2008 war Grünen-Fraktionschef Daniel
May froh darüber, dass die Kooperation
beim Thema Bauland-Vorhaltung „die
Kehrtwende geschafft“ habe. Die SPD
kritisierte den Meinungswechsel. (aha)
Quelle: HNA (Wal), 05.12.08, S. 10.
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