Presseberichte
Für Korbach: Neue
Bäder am alten Standort
Stadtväter streben eine
dauerhafte Lösung anVon jk 11.12.08
KORBACH (jk). Millionensummen müssen
fließen, um Korbachs Bäder zu rüsten.
Neubau oder Sanierung? Das ist seit
zwei Jahren die spannende Frage – und
an welchem Standort? Darüber beraten
derzeit Korbachs Stadtväter. Eine
Frage ist schon gelöst: Auch hinter
„Sanierung“ verbirgt sich ein
kompletter Neubau.
Die Lage ist
ernst, und bei Hallen- und Freizeitbad
teils hoffnungslos. Obwohl Energie
Waldeck-Frankenberg (EWF) als
Badbetreiber Hunderttausende Euro in
den vergangenen Jahren hineinsteckte,
droht dem Hallenbad schon bald das Aus.
Fenster, Dächer,
Installationen – das knapp 35 Jahre
alte Bad an der Stadthalle braucht gründliche
Sanierung. Schon laufen im Foyer hinter
der Holzverkleidung versteckte
Regenrinnen, um durchsickerndes Wasser
aus dem Becken aufzufangen. „Das
kommt durch die Wand“, schildert
EWF-Geschäftsführer Stefan Schaller.
Solche
Altersfolgen sind nach Jahrzehnten noch
„normal“. Aber im nur 15 Jahre
alten Freizeitbad-Anbau sieht es kaum
besser aus. Der Bau war Anfang der
90er-Jahre in Korbach politisch
umstritten. Damit die Kosten im Zaum
bleiben, verbuchte die Stadt damals
offenbar Teilbeträge aufs Konto der
Stadthalle. Außerdem sind
Dachkonstruktion, Klimatisierung und
Technik total verbaut. Ob Filterbehälter,
Pumpen oder Wärmerückgewinnung –
Arbeiten ist kaum möglich, ohne ein
Loch in die Betonwand zu schneiden.
Unter der Betondecke im Keller
quetschen sich Monteure in Wasserbehälter,
um sie zu reinigen. Fazit: Da wurde
1993 offenbar erst die Technik
installiert, dann kamen Wände und
Decken wie ein Korsett drum herum.
Das
Kernproblem: Hallenbad und Freizeitbad
sind fast völlig getrennte Abschnitte,
die nur für die Besucher mit Durchgängen
verbunden sind. Technik, Wartung,
Badebetrieb – für alles ist doppelte
Arbeit nötig.
Einen
Katzensprung weiter auf der Hauer kommt
das 46 Jahre alte ehrwürdige Freibad
hinzu. Auch dort sind die Becken
undicht, das Betriebshaus völlig
veraltet. Aber während für Hallenbad
und Freizeitbad schon aus Sicherheitsgründen
die Alarmglocken läuten, hat die
Sanierung des Freibades offenbar bis
2012 noch Zeit, erklärte Bürgermeister
Klaus Friedrich diese Woche in den
Parlamentsausschüssen. Basis ist ein
Fachgutachten, das im Februar 2008 auf
den Tisch kam.
Mehr
lesen Sie in der WLZ-Ausgabe vom 11.
Dezember.

Hallenbad/Freizeitbad: In einem
Rutsch soll möglichst ab Ende 2009 die
Sanierung beginnen. (Foto: jk)
Quelle: http://www.wlz-fz.de/newsroom/
regional/dezentral/waldeck/art5299,753737
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2009 Startschuss
fürs Hallenbad
Alle Fraktionen stimmen im
Haupt- und Finanzausschuss den neuen
Planungen zuVon jk 11.12.08
KORBACH (jk). Hallenbad und
Freizeitbad in Korbach werden gründlich
umgebaut. Die Millionensummen soll EWF
investieren, abbezahlen wird es die
Stadt Korbach.
Mit 800 000
bis eine Million Euro Defizit schlagen
Hallenbad/Freizeitbad/Freibad alljährlich
in Korbach zu Buche. Die Stadt
verrechnete dies bislang geschickt
durch ihre Liaison mit Energie
Waldeck-Frankenberg (EWF).
Durch die
Beteiligung am Energieversorger erhält
die Stadt eine Gewinnausschüttung. Überdies
ergibt sich ein Steuervorteil durch den
„Querverbund“ zwischen öffentlichen
Bädern und dem Privatunternehmen EWF.
Und: Die Stadt hatte aus dem (Teil-)Verkauf
der Stadtwerke vor Jahren rund 1,3
Millionen Euro als „Bäderrücklage“
auf dem Konto geparkt.
Unterm Strich
ging dies bislang auf null auf. Nächstes
Jahr muss die Stadt voraussichtlich
aber erstmals 200 000 Euro
draufzahlen – und dies wird in den
folgenden Jahren auf ein Vielfaches
anwachsen, wenn die Bäder
millionenschwer saniert werden. Denn
die Investitionen soll zwar EWF als
Bauherr übernehmen, doch die Stadt
muss für Defizite aus Betrieb und
Finanzierung aufkommen.
Das sind die
Vorzeichen für einen Beschluss, den
das Parlament am 17. Dezember
voraussichtlich treffen wird: EWF soll
bis Mitte 2009 Pläne für Umbau und
Sanierung von Hallen- und Freizeitbad
vorlegen. Noch 2009 könnte der Umbau
beginnen. 2012 wäre dann die gründliche
Sanierung des Freibads an der Reihe.
Im Haupt- und
Finanzausschuss des Parlaments stimmten
CDU, FWG, FDP, SPD und Grüne am
Mittwochabend einhellig zu. Im
Bauausschuss hatten sich die beiden
SPD-Vertreter tags zuvor noch
enthalten.
Segnet das
Parlament die Vorlage nächste Woche
ebenfalls ab, dann bleiben Korbachs Bäder
an Ort und Stelle – werden aber im
Grunde neu gebaut.
Mit dem
Beschluss erledigt sich auch eine mögliche
Variante für den geplanten
Kunstrasenplatz auf der Hauer: Korbachs
CDU-Chef Dr. Christoph Butterweck hatte
2007 den Südring als Bäder-Standort
ins Gespräch gebracht. Das Freibadgelände
hätte dann zur großzügigen
Erweiterung der Sportplätze dienen können.
Die Stadtväter
verwarfen aber diesen Gedanken: Zu
wenig Fläche und schlechte Lage für
ein Bad am Südring.
Mehr zur Bäderdebatte
und zum Kunstrasenplatz in unserer
WLZ-Ausgabe vom 12. Dezember.

Freizeittrakt am Korbacher
Hallenbad: Erst 1993 gebaut, dürfte
mit dem Umbau des Hallenbads schon der
Abriss folgen. (Foto: jk)
Quelle: http://www.wlz-fz.de/newsroom/
regional/dezentral/waldeck/art5299,755463
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