Presseberichte
Lebensrettende
Behandlung vor Ort möglich
Korbacher Krankenhaus
verfügt über neues Herzkatheter-Labor
- 850.000 Euro wurden investiert Von
tsp 24.04.09
KORBACH (tsp). Das Korbacher
Stadtkrankenhaus treibt seine
Entwicklung weiter voran. Gestern
stellte die städtische Klinik ihr
neues Herzkatheter-Labor der Öffentlichkeit
vor. Für die Patienten bedeutet das
eine große Optimierung der
medizinischen Versorgung. Vor allem bei
Herzinfarkten ist nun schnelle Hilfe
vor Ort möglich.
Für Dr. Arved-Winfried Schneider,
Chefarzt der Inneren Medizin, war es
ein „großer Tag der Freude“. Seit
mittlerweile sieben Jahren bietet die
Korbacher Klinik umfassende
kardiologische Behandlungen an,
Untersuchungen und Eingriffe per
Herzkatheter mussten aber in Kassel
oder Rotenburg durchgeführt werden. Für
die Patienten war dies immer mit einem
großen Aufwand verbunden, bei akuten
Erkrankungen mit einem nicht
unerheblichen Zeitverlust.
Beispielsweise bei Herzinfarkten kann
nun in Korbach zeitnah eine
lebensrettende Behandlung erfolgen.
„Wir gewinnen durch diese Einrichtung
wichtige Zeit, die wir sonst auf der
Straße verloren haben“, sagte
Schneider gestern.
Dafür hat das Krankenhaus einiges
investiert. 850 000 Euro kostete das
Labor insgesamt. Dafür entfielen gut
500 000 Euro auf den Umbau der
ehemaligen Räume der chirurgischen
Ambulanz, 350 000 Euro kostete die
technische Einrichtung. Für Bürgermeister
Klaus Friedrich sinnvoll angelegtes
Geld, denn es fließt in „die
Optimierung der medizinischen
Infrastruktur auf einem technisch hohen
Niveau“. Und weitere Verbesserungen
sind geplant, Friedrich erinnerte an
den dritten Bauabschnitt: Spätestens
ab dem Jahr 2011 soll das Krankenhaus
mit weiteren 18 Millionen Euro fit für
die Zukunft gemacht werden.
Eine Besonderheit: Das Korbacher
Labor ist neben der täglichen Arbeit
zehnmal im Monat rund um die Uhr
besetzt. Die Leitstelle ist darüber
informiert und kann Patienten bei
Rettungseinsätzen im Bedarfsfall ins
Korbacher Krankenhaus dirigieren. Laut
Schneider und Geschäftsführer Armin Müller
ist geplant, spätestens ab dem Sommer
an allen Tagen im Monat 24 Stunden für
Notfälle bereitzustehen, um stets
lebensrettende Hilfe leisten zu können.
Dazu ist aber eine Kooperation mit
weiteren Ärzten notwendig.
Bereits vor zehn Tagen hat das Team
um Oberarzt Serguei Korboukov die
Arbeit aufgenommen und bereits 14
Eingriffe durchgeführt. Müller und
Schneider haben hochgerechnet, dass pro
Jahr bis zu 500 Eingriffe vorgenommen
werden können. Unterstützt werden die
Korbacher vom Rotenburger
Herz-Kreislauf-Zentrum, das ein
Kooperationspartner des
Stadtkrankenhauses ist. In den
kommenden Tagen soll auch eine
EDV-Leitung zur osthessischen
Spezialklinik aufgebaut werden, damit
sich die Ärzte dort bei schwierigen Fällen
Rat einholen können.
Korboukov lobte gestern die
Investitionsbereitschaft in Korbach.
Der Trend gehe dahin, kleinere Kliniken
zu schließen oder wichtige Angebote
auf größere Häuser zu
zentralisieren. „Ich fnde es gut,
dass man in Korbach einen anderen Weg
geht.“ Auch Müller hob das neue
Labor als „wichtigen Baustein“ im
medizinischen Angebot seiner Klinik
hervor.

Dr. Arved-Winfried Schneider, Dr.
Serguei Korboukov, Giesela Reuter und Bürgermeister
Klaus Friedrich stellten gestern das
neue Herzkatheter-Labor am
Stadtkrankenhaus vor. Auf der Liege hat
als "Probepatient" Thomas
Klein Platz genommen. (Foto: tsp)
Quelle: WLZ, 24.04.09, S. 13.
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