Presseberichte
Bürgermeister
fordert Luftmess-Station für Korbach
Kinder in der Kreisstadt leiden
auffällig häufig unter
Atemswegerkrankungen Von emr 14.05.09
KORBACH.
Eine Luftmess-Station für Korbach
fordert Bürgermeister Klaus Friedrich.
Der Anlass: In Korbach leiden auffällig
mehr Kinder unter Atemwegserkrankungen,
als Kinder in anderen Regionen
Deutschlands.
Das hatte eine Untersuchung im
Auftrag des Landkreises ergeben. Die
Studie war am Mittwochabend vorgestellt
worden. Als Ursachen für die hohe Zahl
der Atemwegserkrankungen vermuten die
Gutachter die Belastungen aus dem Straßenverkehr,
aber auch Schadstoffemissionen aus dem
Conti-Reifenwerk (emr)
Quelle: http://www.hna.de/korbachstart/00_200905141013
00_Buergermeister_fordert_Luftmess_Station_fuer_K.html
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Korbacher Kinder
leiden häufiger an
Atemwegserkrankungen als andere
deutsche Kinder
Landkreis legt 'Kinderstudie zu
Umwelt und Gesundheit im Landkreis
Waldeck-Frankenberg vor' - Auch in
Frankenberg/Gemünden sind Kinder
häufiger krank als andernorts Von
Ingo Happel-Emrich 14.05.09
KORBACH/FRANKENBERG/GEMÜNDEN.
Kinder im Landkreis Waldeck-Frankenberg
leiden überdurchschnittlich oft unter
Heuschnupfen und Atemwegserkrankungen
wie Bronchitis und Reizhusten. Zu
diesem Ergebnis kommt die vom Landkreis
in Auftrag gegebene "Kinderstudie
zu Umwelt und Gesundheit im Landkreis
Waldeck-Frankenberg".
Für diese wurden in Korbach sowie
in Frankenberg und Gemünden Eltern
befragt, deren Kinder im vergangenen
Jahr eingeschult wurden: in Korbach 181
Kinder, in Frankenberg und Gemünden
173 Kinder. In der Studie sollte
untersucht werden, ob die Korbacher
Kinder häufiger unter
Atemwegserkrankungen leiden als Kinder
in Frankenberg und Gemünden
beziehungsweise im sonstigen
Bundesgebiet. Und es sollte
herausgefunden werden, ob es einen
Zusammenhang zwischen der Erkrankung
und der Nähe der Wohnung zum Korbacher
Conti-Reifenwerk gibt.
In ihrem Abschlussbericht stellen
die Gutachter fest, dass die Kinder im
Landkreis im Vergleich zu denen in
Duisburg - dort fand eine ähnliche
Befragung statt - überdurchschnittlich
häufig unter Atemwegserkrankungen
leiden. 30,26 Prozent im Landkreis
gaben an, dass ihr Kind schon einmal
pfeifende Geräusche im Brustkorb
hatte. In Duisburg waren es nur 18,38
Prozent. Im Vergleich zu Studien aus
anderen deutschen Region schnitt nur Münster
vergleichbar hoch ab wie
Waldeck-Frankenberg.
Der Unterschied zwischen Korbach und
Frankenberg/Gemünden ist jedoch nicht
so groß, wie aufgrund der Diskussion
über die Umwelteinflüsse des
Conti-Werkes teilweise vermutet worden
war: In Korbach hatten 34,66 Prozent
der Kinder pfeifende Brustgeräusche,
in Frankenberg/Gemünden waren es
unerwartet hohe 25,73 Prozent.
Für die Erkrankungen der Kinder in
Korbach stellen die Wissenschaftler
einen Zusammenhang zur Conti her:
Kinder, die in der Nähe des Werkes
wohnen, gaben vermehrt an, unter
Atemwegserkrankungen zu leiden.
Allerdings, so die Gutachter weiter, können
die Emissionen aus dem Conti-Reifenwerk
das vergleichsweise hohe Niveau der
Erkrankungen in Korbach alleine nicht
erklären.
Die Conti-Werksleitung hatte am
Dienstag erklärt, dass sowohl die
Emissionen, als auch die Immissionen -
also die Menge der Schadstoffe, die in
der Umwelt nachweisbar sind - deutlich
unter den gesetzlichen Grenzwerten
liegen.
Mehr zu diesem Thema lesen Sie in
der Donnerstagausgabe der HNA
Waldeckische Allgemeine.

Symbolbild: Auf dem gestellten Foto
sitzt ein Junge am Inhalationsgerät.
Atemwegsbeschwerden wie Bronchitis oder
Asthma werden u.a. durch Inhalieren von
dosierten Soledämpfen therapiert.
Archivfoto: dpa
Kommentar:
Ursachen unklar
Ingo Happel-Emrich über die
Kinderstudie
Die erhoffte Klarheit hat die vom
Landkreis in Auftrag gegebene "Kindestudie
zu Umwelt und Gesundheit" nicht
gebracht. Wir wissen jetzt, dass
Korbacher Kinder häufiger
Atemwegserkrankungen haben als Kinder
in Frankenberg/Gemünden. Doch die
Kinder dort wiederum sind häufiger
krank als Gleichaltrige im
Industriezentrum Duisburg.
Warum die Kinder in unserem Landkreis
und besonders in Korbach überproportional
häufig Atemwegserkrankungen haben -
darauf gibt die Studie keine Antwort.
Darauf war sie auch gar nicht
angelegt. Sie sollte die Situation
feststellen, keine Ursachen
erforschen.
Die Gutachter legen in ihrem
Abschlussbericht allerdings nahe, dass
das Conti-Reifenwerk einen Einfluss
auf die Kindergesundheit habe. Doch es
gibt auch noch andere
Einflussfaktoren, wie etwa den Straßenverkehr.
Wenn jetzt eines klar ist, dann das:
Es besteht Handlungsbedarf. Zum
Beispiel sollte man mit
Immissionsmessungen feststellen, wie
viel von welchen Schadstoffen in der
Luft ist. emr@hna.de
 Vergleichstabellen
BRD-Studien
 Abschlussbericht
Quelle: http://www.hna.de/korbachstart/00_200905140724
00_Korbacher_Kinder_leiden_haeufiger_an_Atemwegse.html
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