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Presseberichte

 

"Wirtschaftsförderung ist Chefsache"
Landratswahl: Klaus Friedrich im Portrait - "Wir können auf dem Erreichten im Landkreis aufbauen"

Von Lutz Benseler 15.05.09

WALDECK-FRANKENBERG. Am 5. Juli geht es um den politischen Chefsessel im Landkreis - Landratswahl 2009. Drei Kandidaten ringen um die Nachfolge von Helmut Eichenlaub, der Ende des Jahres Abschied als Landrat nimmt. Mit Unterstützung von CDU, FWG und FDP bewirbt sich Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich um die Gunst der Wähler. WLZ-FZ besuchten den Kandidaten am Arbeitsplatz im Korbacher Rathaus.

Glänzender Parkettboden zu Füßen, moderne Kunst und ein zum Bücherregal umfunktioniertes gotisches Spitzfenster im Rücken – es macht schon was her, das Bürgermeisterbüro im historischen Rathaus in der schmucken Korbacher Altstadt. Trotzdem, Klaus Friedrich möchte seinen Arbeitsplatz ins knapp 990 Meter Luftlinie entfernte Kreishaus am Südring verlegen. Die grau-dröge Architektur des Verwaltungsbaus dürfte es denn kaum sein, was den gestandenen Kommunalpolitiker ins Landratsamt drängt.

Warum er also kandidiert? „Ich bin aufgrund meiner erfolgreichen Arbeit in Korbach von vielen Menschen angesprochen und ermuntert worden“, sagt Friedrich. Die Kandidatur sei für ihn daher Pflicht und Herausforderung. Vor gut einem halben Jahr warf er deshalb seinen Hut offiziell in den Ring, in dem die Nachfolge Helmut Eichenlaubs entschieden werden soll. Hinter den Kulissen, so munkelt man, ist Friedrichs Sprung in Richtung Kreishaus schon länger vorbereitet worden. Erste Spekulationen dampften schon 2006 aus der Gerüchteküche, damals wies Friedrich Ambitionen auf den politischen Chefsessel im Landkreis aber noch von sich. 

„Die Kandidatur war so in meiner Lebensplanung nicht vorgesehen. Aber das entgegengebrachte Vertrauen hat mich gefreut“, sagt Friedrich heute. Was ihn am Posten des Landrats reizt: „Man kann gestalten, etwas erreichen. Es macht Spaß, für die Menschen zu arbeiten.“ Die Wünsche und Bedürfnisse der Bürger im Landkreis sollen die Schwerpunkte seiner Arbeit ergeben, erklärt der Landrats-Anwärter: „Das ist die Richtschnur meines Handelns.“ So heißt der Slogan seines Wahlkampfes für ihn folgerichtig: „In Zukunft gemeinsam“. Für ihn bedeute das, Ansprechpartner für Bürger und Wirtschaft zu sein. Friedrich: „Dieses Prinzip will ich leben.“

Sein Hauptziel für den Landkreis: „Dafür Sorge tragen, dass die Menschen Arbeitsplätze haben, dass sie die Chance bekommen, ihren Lebensmittelpunkt am Standort zu haben.“ Dabei will er auch Wege, die Eichenlaub eingeschlagen hat, weitergehen. Etwa in Sachen geplanter Hochschule Waldeck-Frankenberg. Nicht alles wird anders: „Der Landkreis hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt“, sagt Friedrich. „Wir können viel auf diesem Fundament erreichen, aber wir dürfen uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen.“ 

Mit Erfahrung werben

Seine Erfahrungen als Bürgermeister der Kreisstadt sind das Pfund, mit dem der Kommunalpolitiker in der Wahl wuchern will: „Wir haben in Korbach viel erreicht, über 1000 neue Arbeitsplätze geschaffen, das größte Investitionsvolumen aller Zeiten“, listet er auf. Oder wie FWG-Kreisvorsitzender und Erster Kreisbeigeordneter Peter Niederstraßer sagte: „Klaus Friedrich hat praktisch unter Beweis gestellt, dass er Verwaltung kann.“

Für sein Wahlprogramm hat Friedrich sechs Schwerpunkte definiert: Wirtschaft, Sicherheit, Familie und Soziales, Umwelt und Energie, Ehrenamt und Vereine sowie Verwaltung. Eines ist für ihn klar: „Wirtschaftsförderung bleibt Chefsache“, sagt der studierte Wirtschaftsingenieur. Denn: „Das Sozialste ist ein sicherer Arbeitsplatz.“

Wirtschaftsfreundlich

Also will Friedrich dafür sorgen, dass die Wirtschaft in Waldeck-Frankenberg brummt. Zum Beispiel mit einer aktiven Ansiedlungspolitik: „Wir müssen ein wirtschaftsfreundliches Klima im Landkreis leben“, erklärt der Korbacher Bürgermeister. Oder, indem der Kreis aus dem Potential Tourismus mit seinen 14 000 Arbeitsplätzen noch ein bisschen mehr herauskitzelt. „Der Landkreis müsste sich einheitlich vermarkten. Wir müssen zu einer europaweit vermarkt- und wahrnehmbaren Region zusammenwachsen“, steckt Friedrich das Feld ab.

Schließlich sind da noch die Autobahnen – ob für Daten oder Fahrzeuge – die ausgebaut werden müssten: Schnelles Internet in allen Orten, Fertigstellung der Autobahnen 44 und 49, der Lückenschluss Olpe/Hattenbach mit einer kreuzungsfreien Bundesfernstraße und schließlich der Bau von Ortsumgehungen im Verlauf der Bundesstraßen B 252 und 253 sind die Stichworte, die der bürgerliche Kandidat nennt – wohl wissend, das er mit dieser Position auch auf Widerstand stoßen wird. „Als Nordhessens Biotop sind wir aber zu schade“, hält Friedrich entgegen. Der Politiker plädiert aber durchaus auch für nachhaltigen Naturschutz, etwa durch die Renaturierung von Bächen und Flüssen. Auf der Agenda steht auch der Ausbau erneuerbarer Energien und ein energiepolitisches Gesamtkonzept für die Region. 

„Grundlage jeder Sozialpolitik ist eine vernünftige Familienpolitik“, geht Friedrich den nächsten Schwerpunkt an. Dazu gehöre, Schulen vor Ort zu sichern und Betreuungsangebote auszubauen: „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss möglich sein.“ Aber auch die Versorgung mit Ärzten auf dem flachen Land müsse gesichert werden, indem man den Medizinern die Ansiedlung schmackhaft mache. Das nächste Schlagwort Sicherheit: Nach Korbacher Vorbild will Friedrich auch kreisweit die Präventions- und Polizeiarbeit besser verzahnen.

„Keine Experimente“

Letztlich hat Friedrich noch die Vereine und die Verwaltung im Visier: Das Ehrenamt soll weiter gestärkt werden, auch durch finanzielle Förderung, in den Verwaltungen soll die Bürokratie weiter abgebaut werden. Der Kandidat fasst zusammen: „Es geht um eine Weiterentwicklung des Bestehenden. Es ist keine Zeit für Experimente.“

"Wir dürfen uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen": Klaus Friedrich in seinem Büro im Korbacher Rathaus. (Foto: lb)

Zur Person: Klaus Friedrich

(lb). Klaus Friedrich (48) wurde am 4. August 1960 in Korbach geboren. Mit seiner aus Netze stammenden Frau Doris, geborene Schäfer, hat er zwei Töchter: Anna-Charlotte (15) und Nele-Marie (12).

Nach Abitur und Wehrdienst absolvierte Friedrich die Studiengänge Bauingenieur- und Wirtschaftsingenieurwesen mit den jeweiligen Abschlüssen als Diplomingenieur in Darmstadt und Bochum. Anschließend war er in leitender Position bei Bauunternehmen in Marburg (Fritz Herzog AG) und Eschwege tätig. 1991 wechselte Friedrich als Abteilungsleiter in die Stadtverwaltung Bad Arolsen. Dort fungierte er als Betriebsleiter der Stadtwerke und als Geschäftsführer der Bad Arolser Kommunalbetriebe GmbH.

Am 3. September 2000 wurde Friedrich zum Korbacher Bürgermeister gewählt. Friedrich gehört keiner Partei an, sitzt aber seit der letzten Kommunalwahl im März 2006 für die CDU im Kreistag. Im September 2006 wurde er mit 71,2 Prozent im Amt des Korbacher Bürgermeisters bestätigt. Im September 2008 hob die bürgerliche Koalition Friedrich als ihren Landratskandidaten auf den Schild.

Quelle: Waldeckische Landeszeitung / Frankenberger Zeitung, 15.05.09, S. 17 bzw. S. 19.


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