Presseberichte
Stadt
will Freibadsanierung auf Eis legen
2,3
Millionen Euro aus Konjunkturpaket
sollen stattdessen in Sport- und
Mehrzweckhallen fließen Von
Lutz Benseler 29.07.09
KORBACH. Der Magistrat der Stadt
Korbach hat in einer Sitzung am Montag
beschlossen, die Sanierung des Freibads
aufzuschieben. Die dafür vorgesehenen
Mittel aus dem Konjunkturpaket fließen
in andere Projekte.
Heinz-Willi Müller, Büroleiter im Rathaus, bestätigte gestern gegenüber der WLZ-FZ: „Die Sanierung des Freibads
soll zurückgestellt, die Sanierung und Modernisierung von
Sporthallen und Mehrzweckhallen stattdessen
vorgezogen werden.“ Aus „bestimmten
Gründen“ sei das Projekt „Freibad“ derzeit nicht umzusetzen.
Über den Vorschlag des Magistrats müssten aber noch die
Stadtverordneten am 24. August abstimmen, so Müller.
Bereits am 20. August werden sich die Ausschüsse mit dem Thema
beschäftigen.
Nach Informationen unserer Zeitung stehen dringende
Sanierungen am Hallenbad an, unter anderem müssen
Brandschutzaufagen erfüllt werden. Um nicht beide Korbacher Bäder wegen Bauarbeiten
gleichzeitig schließen zu müssen, empfehlt der Magistrat, die Pläne für das Freibad zunächst auf
Eis zu legen. Die für Sanierung oder Neubau vorgesehenen
Mittel aus dem Konjunkturpaket sollen nun in die Sport- und
Mehrzweckhallen der Stadt gesteckt
werden.
Für insgesamt vier Projekte, die zusätzlich über bereits
geplante Vorhaben hinaus verwirklicht werden sollen, hatte
die Stadt eine Förderung durch das Konjunkturpaket beantragt.
„Für alle vier liegt auch ein Bewilligungsbescheid des
Landes Hessen vor“, sagte Müller.
Insgesamt fießen aber nur 2,3 Millionen Euro von Bund und
Land nach Korbach. Das Geld reicht nur für eines der
Projekte. Die Stadtverordneten hatten sich deshalb im März für eine
Prioritätenliste entschieden. Ganz oben stand die Sanierung
des Freibads. Auf dem zweiten Platz landete die Sanierung von
Sport- und Mehrzweckhallen, auf Rang 3 der SPD-Vorschlag,
das Hauer-Sportgelände zu sanieren, einen Hartplatz auf dem
Paul-Zimmermann-Sportplatz zu bauen und die Umkleiden
der SSG Ense-Nordenbeck zu modernisieren. Durchgereicht
auf Platz 4: Die Projektliste des Magistrats für das „ampelfreie
Korbach“.
Das Konjunkturpaket hätte die Möglichkeit geboten, das
47 Jahre alte Freibad mit hohen Zuschüssen zu sanieren. Doch
daraus wird jetzt nichts mehr. Ob die Finanzmittel der Stadt
in den kommenden Jahren ausreichen, um ehrgeizige Pläne zu
verwirklichen, bleibt fraglich. Ohnehin waren sich die
Stadtverordneten noch nicht einig, in welche Richtung die Sanierung
gehen sollte: Die Zustimmung für das zunächst präferierte
Naturbad bröckelte, und auch in der Bevölkerung formierte sich
Widerstand gegen die Pläne. Rund 600 Unterschriften
hatte eine Initiative zum Erhalt des Korbacher Freibads in seiner
heutigen Form gesammelt. Der Wunsch der
„Schwimmgemeinde“, wie sich die Gruppe aus
Früh- und Dauerschwimmern sowie Freunden des Freibads
nennt, könnte nun in den Reihen der Parlamentarier mehr
Zuspruch als gedacht fnden.

Das 47 Jahre alte Freibad bleibt den
Korbachern wohl noch etwas länger in
seiner jetzigen Form erhalten: Der
Magistrat empfiehlt, die Sanierung zu
verschieben, das Parlament stimmt am
24. August über den Vorschlag ab.
Archiv-Foto: Dennis Schmidt
Quelle: Waldeckische Landeszeitung,
29.07.09, S. 11.
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