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Presseberichte

 

Durchblick auf der Einkaufsmeile

Gestaltungsregeln für Fußgängerzone: Kaufmannsgilde und Stadt ziehen erfreuliche Zwischenbilanz

Von Jörg Kleine 22.09.09

KORBACH. Kaufmannsgilde "Hanse" und Stadt setzen auf Gemeinsamkeit, um die Fußgängerzone zu gestalten. Der Auftakt ist gelungen, ab Oktober greift die Regelung für weniger und besseres "Mobiliar".

Unzählige Schirme, Passantenstopper, Plakate, Wühltische, Ständer, Mastleuchten bis hin zu Abfallkörben rückten Fachleute im Auftrag der Stadt 2007/2008 ins Blickfeld. Die Stadt hatte sich für eine Pilotstudie beim Deutschen Seminar für Städtebau und Wirtschaft (Berlin) bemüht.

Das Ergebnis bestätigte nur, was Wirtschaftsgilde und Stadtverwaltung längst schon diskutierten: die Fußgängerzone weiter zu „entrümpeln“, um wieder mehr Aufmerksamkeit den Korbacher Stärken zu widmen. Denn die Einkaufsstadt wirbt mit einem breiten und hochwertigen Angebot des Einzelhandels – aber Kunden sahen mitunter den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Weniger ist mehr

Das hat sich nach Ansicht von Hanse und Stadt schon wohltuend geändert. Seit Sommer gilt eine neue Gestaltungsrichtlinie, gestern zog die Hanse erste Zwischenbilanz. Lob an die Stadt und die Geschäftsleute hatte Hanse-Vorstand Jürgen Tent parat. Denn etliche haben inzwischen in neues Mobiliar investiert – oder Ständer und Wühltische reduziert. Weniger ist mehr, so heißt dabei die Botschaft.

„Wir spüren das und haben mehr Laufkundschaft“, berichtet etwa Dirk Lamperski (Augenoptik Kersten). Denn in der Prof.-Bier-Straße haben Kunden mehr Durchblick auf die Geschäfte bekommen. Statt immer mehr Ständer mit Sonderangeboten vor der Tür lieber Kunden in die Läden ziehen, nennt Rainer Ueberson (Manhenke) das Ziel. Negative Auswirkungen auf die Umsätze habe das nicht. Im Gegenteil: Korbach müsse mit attraktiven Fassaden außen und guter Ware innen für Qualität bürgen.

Ständer, Schirme, Möbel

Bernhard Peter (Quick-Schuh) wollte da nicht hintanstehen: „Zehn Ständer bedeuten nicht zehnmal so viele Kunden.“ Also reduzierte er die Auslagen, postiert nur noch einen modernen Ständer und eine Fahne – und ist zufrieden: „Kunden sind genauso schnell im Laden wie vorher auch.“

Das Regularium bezieht sich insgesamt auf sogenannte Sondernutzungen öffentlicher Flächen. Es geht dabei um einheitlicheres Straßenbild, Begrenzung von Ständern und Körben vor den Läden, aber auch um Mindestanforderungen bei der Qualität – ob Schirme, Stühle oder Tische. Statt Plastik sind Holz, Metall und Gefecht beispielsweise angesagt.

In puncto „Qualität“ des Mobiliars gilt jedoch eine Übergangsfrist bis Sommer 2010. Denn etliche Läden, Cafés oder Restaurants müssen erst investieren.

Vorgaben für „Quantität“ gelten derweil schon seit Juli. Allerdings gab es in der Anfangsphase noch viele Fragen und Abstimmungen mit den Geschäftsleuten, schildern Hanse-Vorstand Tent und Ordnungsamtsleiter Carsten Vahland: Wie viele Schilder und Ständer? Wo genau dürfen sie hin? Welche Flächen stehen zur Verfügung?

In einer Runde von Hanse und Stadt gab es deshalb noch mal eine „Feinjustierung“, sagt Tent. Deshalb sollen die „quantitativen“ Regeln nun ab Oktober – rechtzeitig vorm Mittelalterlichen Markt – für alle verbindlich greifen.

„Die Botschaft ist Gemeinsamkeit“, betont Bürgermeister Klaus Friedrich. Die neue Gestaltungsrichtlinie sei eng mit der Hanse abgestimmt worden, und die Stadt setzte dabei auf Vertrauen und Partnerschaft statt Kontrolle mit Rechenschieber und Zollstock.

„Wir laufen jedes einzelne Geschäft ab, suchen das persönliche Gespräch, möchten beraten und Hilfestellung geben“, erklärt Stadtentwickler Torsten Peper.

Fazit von Stadt und Hanse: Die Regelung bringt „für die ganze Fußgängerzone eine Verbesserung“, soll die Einkaufsmeile attraktiver machen für Kunden – und Korbachs Zugkraft weiter stärken. Denn mit einer Zentralitätskennziffer von 194 lebt Korbachs Handel rund zur Hälfte durch Kunden von außerhalb.

Bessere Sicht auf die Geschäfte ist ein Ziel in Korbach. In der Bier-Straße ist der Durchblick für Kunden bereits klarer geworden. Foto: Kleine

Quelle: WLZ, 22.09.09, S. 15.


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