Christlich Demokratische Union Deutschlands
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Archiv - Chronik II

 

Die Vorsitzenden - Georg Volkenand (1945 bis 1956)

Das erste Jahrzehnt, ein Jahrzehnt des Aufbaus, war recht wechselhaft. Die CDU war eine kleine Partei und musste innerparteiliche Gegensätze und Zwistigkeiten überwinden. Die Gemeindewahl vom 27. Januar 1946 ergab für die CDU in Korbach 844 von 3682 Stimmen. In der ersten Stadtverordnetenversammlung hatte sie drei Sitze, SPD und LDP je 6. Die ersten Stadtverordneten der CDU waren Schmiedemeister Christian Pistorius, Rektor Georg Volkenand und Postinspektor Josef Beck.

Im März 1946 wählte die neue Stadtverordnetenversammlung Dr. Erich Schnitzler zum Bürgermeister. Der Verwaltungsbericht der Stadtverwaltung der Jahre 1946 bis 1947 berichtet über die durch Gesetz auf zwei Jahre beschränkte Amtszeit der Stadtverordnetenversammlung, dass sie „unter dem Leitmotiv einer fortschrittlichen und bejahenden Kommunalpolitik“ gestanden habe. „Sie waren von gegenseitiger Achtung erfüllt und daher recht fruchtbar und ersprießlich.“

Die junge Ortsgruppe der CDU nahm sich einiges vor. 1947 wurden bereits 25 Veranstaltungen durchgeführt. Georg Volkenand rückte im Februar 1949 zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden auf. Diese frühzeitige und intensive Zusammenarbeit mit dem Kreisverband hat sich bis heute fortgesetzt und bewährt. Viele Veranstaltungen mit politischen Mandatsträgern konnten in Korbach durchgeführt werden. Bereits 1946 und 1953 hielten die damaligen Landesvorsitzenden der CDU, Werner Hilpert und Wilhelm Fay, vielbeachtete Vorträge.

Die CDU musste sich gegen eine starke liberale Partei in Waldeck durchsetzten. Und doch gelang es Volkenand, die junge Partei zu festigen.

Seine Arbeit erfuhr auch überparteiliche Anerkennung, als er in den Jahren 1945 bis 1950 ein „Öffentliches Forum“ leitete, das auf Anregung der amerikanischen Dienststellen entstand und einige Versammlungen abhielt, in denen allgemein interessierende politische Fragen diskutiert wurden.

Die am 28. April 1948 neu gewählte Stadtverordnetenversammlung hatte insgesamt 24 Sitze, von denen 13 der LDP, 8 der SPD und nur 3 der CDU zufielen. Die Abgeordneten der CDU waren Schulrat Georg Volkenand, Verwaltungsangestellter Heinz Paulke und Schmiedemeister Christian Pistorius.

Die Stadtverordneten hatten damals erstmalig seit 1933 wieder die Möglichkeit, das Bürgermeisteramt für sechs Jahre zu besetzten. Sie wählten am 24. Juni 1948 Dr. Paul Zimmermann wieder zum Bürgermeister, so dass dieser am 1. Juli 1948 sein Amt neu antreten konnte. Infolge Ungültigkeitserklärung der Wahl musste diese am 20. März 1949 wiederholt werden. Dabei wurde Bürgermeister Dr. Zimmermann aufs neue bestätigt.

Durch die Wiederholung der Wahl hatte sich die Zusammensetzung der Versammlung nur unwesentlich verändert: FDP (früher LDP) 10 Sitze, SPD 7 Sitze, CDU 2 Sitze und die DEWAG (Demokratische Wahlgemeinschaft) 4 Sitze. Neben Georg Volkenand vertrat nun Geschäftsführer Otto Meier die Interessen der CDU.

Zur Gemeindewahl 1952 bewarben sich für die CDU Georg Volkenand, Albert Müllenhof, Otto Meier, Fanny Grüll, Marie Gülich, Albert Beyer, Luise Selhausen und Christian Pistorius um die Sitze im Parlament. Die CDU verlor einen der beiden Sitze. Auch die FDP verlor 6 Sitze und war nur noch mit 4 Abgeordneten vertreten, die SPD mit 8, der BHE (Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten) mit 6 und erstmals die Wählergemeinschaft Korbach mit 5 Sitzen.

Etwa zur gleichen Zeit hatte sich im heutigen Ortsteil Eppe eine eigene CDU-Ortsgruppe gebildet, die Anfang der 70er Jahre im Korbacher Stadtverband aufging. Ihre Mitglieder waren Metzger Wilhelm Becker, die Landwirte Franz Wienand, Wilhelm Imöhl (Ewes) und Alfons Schmidt, der Gast- und Landwirt Heinrich Koch sowie der damalige Bürgermeister Franz Assmuth.

Am 19. November 1955 wurde das 10jährige Bestehen der CDU Korbach in der Gaststätte „Krone“ gefeiert. In einem Rückblick bekannte sich Georg Volkenand zum System der politischen Parteien: „Unser politisches Leben ist getragen von den politischen Parteien. Sie haben nach dem Grundgesetz die Aufgabe, mitzuwirken bei der politischen Willensbildung der Staatsbürger und sind gleichzeitig Kontrollorgan für die Regierung.“ Er berichtet aus den Anfängen der Korbacher CDU, als die Teilnehmer der Versammlung listenmäßig der Militärregierung gemeldet und monatliche Berichte gefertigt werden mussten. Volkenand: „Wir alle waren nur Handlanger am Bau des Vaterlandes, aber wir sind stolz auf das in diesen Jahren Erreichte, gelang es doch, die Bolschewisierung Deutschlands zu verhindern. Wir müssen weiter alles tun, um die Weltanschauung des Westens zu stärken und die westliche Einheit zu erhalten.“

An seinem 80. Geburtstag im Jahre 1966 erfuhr Georg Volkenand eine Würdigung seiner Verdienste. Er bekam die „Große Silberplakette“ von Dr. Konrad Adenauer für tätige Mithilfe beim Aufbau des neuen Staates.

 

Hier geht's weiter zur CDU Korbach unter dem Vorsitzenden Gustav Schierholz (1957 bis 1963) ...

 


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